Taylor Booth im Gespräch!
18.02.2021

„Für mich ist das ein wichtiger Schritt in meiner Entwicklung“

Am vergangenen Wochenende gab Taylor Booth sein Debüt im Dress unseres spusu SKN St. Pölten und hatte mit seinem Assist gleich einen großen Anteil am Punktgewinn in Ried. Im Interview erzählt uns unser neuer Youngster über seinen Werdegang, die Unterschiede zwische Amerika und Europa und seine persönlichen Ziele für die kommenden Monate.

Taylor, am Wochenende hast du gegen Ried dein Debüt für unser Rudel gegeben und dabei auch den Assist zum wichtigen 1:1 gegen die SV Ried geliefert. Wir waren die ersten 90 Minuten in der österreichischen Bundesliga für dich?

Es war für mich ein sehr gutes Gefühl, dass ich mein erstes Match über die volle Distanz bestreiten durfte und dabei mit der Vorlage auch meinen Teil zum Punktgewinn beigetragen habe. Es war eine physisch hart geführte Partie, an diese Art des Spiels muss ich mich noch ein bisschen gewöhnen. Das ist auch für mich ein Lernprozess, der wichtig für meine Entwicklung ist, aber es wird von Tag zu Tag besser. Ich glaube auch, dass wir vor allem durch den späten Ausgleichstreffer positive Energie für die kommenden Spiele mitnehmen und darauf aufbauen können.

Du bist nun seit etwas mehr als drei Wochen in Österreich – wo siehst du die Unterschiede zwischen dem FC Bayern München II bzw. der dritten deutschen Liga und dem österreichischen Fußball?

Der größte ist mit Sicherheit der unterschiedliche Spielstil. Hier in Österreich wird eine viel robustere Art zu spielen vorausgesetzt, als in den Nachwuchsmannschaften in München und in der dritten deutschen Liga. Darauf gilt es sich als junger Spieler entsprechend einzustellen. Für mich ist das nun die ideale Möglichkeit und die entsprechende Plattform, um in meiner Entwicklung den nächsten Schritt zu machen und im Erwachsenenbereich Fuß zu fassen.

Nach deiner Zeit in der Zion Bank Real Academy und über 20 Einsätzen in diversen Nachwuchsnationalteams der USA hast du dich vor drei Jahren als 16-Jähriger zum Schritt nach Europa entschieden und bist in den Nachwuchs der Bayern gewechselt. Wie ist es zu diesem Wechsel gekommen und wie ist es für einen jungen Spieler in ein fremdes Land zu kommen?

Der Wechsel war eigentlich um einiges leichter als erwartet. Da ich schon im Alter von 14 Jahren von zuhause ausgezogen bin und im Anschluss in der Akademie gewohnt habe, hat mir der Umzug nach Deutschland dann keine großen Probleme bereitet. Aufgrund der Tatsache, dass ich neben dem US-amerikanischen auch einen italienischen Pass besitze, war dann mit 16 Jahren auch der Transfer nach Europa möglich, obwohl ich noch nicht volljährig war. Damit ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen: Seitdem ich ein kleines Kind war, war es immer mein großes Ziel in Europa Fußball zu spielen, weil es hier die besten Ligen und Spieler gibt. Jetzt möchte ich mich hier unbedingt beweisen!

Du bist nun bis zum Saisonende Teil unseres Rudels. Was sind deine persönlichen Ziele und jene, die du mit der Mannschaft erreichen willst?

Für mich ist es jetzt einmal wichtig, dass ich so viel Einsatzzeit wie möglich bekomme, um mich stetig zu verbessern und dem Team mit meinen Leistungen weiterzuhelfen. Als gesamte Mannschaft gilt es jetzt, dass wir alle gemeinsam daran arbeiten, dass wir aus unserem Tief herauskommen und wieder zurück in die Spur finden. Danach können wir uns Gedanken über die weiteren Ziele machen.

Viele Fans haben dich vor deiner Verpflichtung wohl nicht auf dem Radar gehabt: Wie würdest du dich als Spieler charakterisieren?

Ich würde mich als klassischer Box-to-Box-Spieler bezeichnen, der Situationen gerne über das Kombinationsspiel löst, mit seiner Technik versucht, seine Mitspieler in Szene zu setzen und sich aber auch nicht zu schade für eine Grätsche in der Defensive ist. Ich bevorzuge zwar nicht das köperbetonte Spiel, arbeite aber im physischen täglich sehr hart, um in diesem Bereich besser zu werden.

Im Vergleich zu Football, Basketball, Eishockey und Baseball ist Fußball in den USA noch immer weit weniger populär. Wo liegen hier deiner Meinung nach die Gründe und wie siehst du die Entwicklung des amerikanischen Fußballs?

Fußball hat in Amerika noch nicht die große Tradition wie die großen 4 amerikanischen Sportarten, aber die Popularität wächst von Jahr zu Jahr weiter an. Mit Erfolgen des Nationalteams und mehr und mehr amerikanischen Spielern, die mittlerweile in den Topligen Europas spielen, wird der Sport auch in de USA für die Sportfans zunehmend interessanter. Zusätzlich hilft es der Entwicklung, dass Talente aus Amerika für den europäischen Markt immer interessanter werden und die USA als Fußballnation ernst genommen wird. Daher glaube ich, dass sich in diesem Bereich in den kommenden Jahren noch einiges entwickeln wird.

Kommen wir zum bevorstehenden Wochenende und unserem Duell mit der WSG Tirol: Auch wenn du noch nicht viel Zeit hattest, dich mit den anderen Mannschaften zu beschäftigen - was wird aus deiner Sicht nötig sein, um in Innsbruck endlich wieder auf die Erfolgsspur zurückzukehren?

Wir müssen an uns glauben und unsere Art Fußball zu spielen konsequent durchziehen. Wir haben die Qualität in der Mannschaft, um spielerische Lösungen für gewisse Situationen zu finden, das müssen wir entsprechend auch auf dem Feld zeigen. Wenn uns das gelingt, bin ich zuversichtlich, dass wir in Tirol in die Erfolgsspur zurückfinden können.

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