Jugend-Torspielertrainer Davor Stojanovic im Gespräch!
23.08.2019

"Torspieler brauchen eine breite fußballerische Ausbildung"

Seit vielen Jahren kümmert sich Davor Stojanovic um die Entwicklung der jungen Torleute bei unseren Wölfen. Grund genug, ihn auch einmal vor den Vorhang zu holen und mit ihm über seine Tätigkeit als „Torspieler“-Trainer zu sprechen.

Davor, du bist einer der längst dienenden Trainer in unserem Klub. Seit wann bist du beim Verein und was sind deine schönsten Erinnerungen aus dieser gesamten Zeit?

Ich bin seit mittlerweile 15 Jahren Teil des Trainerteams unserer Jugend und habe in diesem Zeitraum natürlich viele schöne Erfahrungen gemacht. Am meisten freut es mich aber immer, wenn ich sehe, dass sich meine Spieler Tag für Tag weiterentwickeln. Deshalb möchte ich da gar keine spezielle Situation hervorheben.

Wenn man mit dir über das Torwartspiel spricht, fällt auf, dass du vor allem den Begriff „Torspieler“ verwendest. Warum ist dieser Terminus für dich so wichtig?

Weil aus meiner Sicht zum Torwartspiel in der heutigen Zeit viel mehr dazu gehört als rein das Tor zu hüten. Es geht darum, auch auf dieser Position einen technisch gut ausgebildeten und taktisch mitspielenden Spieler zu haben. Nur mehr Bälle abzuwehren reicht meistens nicht mehr aus. Aus diesem Grund lege ich im Rahmen meiner Trainings auch viel Wert auf die fußballerische Ausbildung. Neben technischen Übungen während der Pausen gibt es auch immer wieder spezielle Schwerpunkte im Training, die sich mit dem Passspiel und der Spieleröffnung beschäftigen. Diese Inhalte sollen dann auch im normalen Mannschaftstraining und selbstverständlich im Spiel in die Tat umgesetzt werden.

Im Jugendbereich wird immer wieder darüber diskutiert, ab welchem Alter die Spieler sich auf eine spezielle Position festlegen sollten. Wie sieht deine Meinung zu diesem Thema hinsichtlich der Torspieler aus?

Aus meiner Sicht sollte bis zur U10 jeder Spieler einmal jeder Position gespielt haben und erst ab dieser Altersstufe ein spezielles Training absolvieren. Ich finde, dass es vor allem in diesem jungen Alter sehr wichtig ist Erfahrungen auf allen Positionen zu machen. Somit haben die Spieler später auch ein besseres Verständnis für den Gegner, wenn es zum Beispiel im Spiel zu einer „Eins-gegen-Eins“ Situation zwischen Stürmer und Tormann kommt, weil man sich in die Situation des jeweils anderen hineinversetzen kann.

Wo siehst du die größten Unterschiede im Torhütertraining zwischen dem Jugend- und Erwachsenenbereich?

Auf alle Fälle, dass im Jugendbereich immer der Spaß im Vordergrund stehen muss. Wenn es dem Spieler selbst keinen Spaß macht, wird er sich durch das Training auch nicht verbessern. Im Erwachsenenbereich kommt dann immer mehr auch der Leistungsdruck dazu. Auf das muss man die Kinder und Jugendlichen selbstverständlich auch bereits in den Nachwuchsmannschaften langsam vorbereiten. Die mentale Komponente ist vor allem bei den Torspielern ein entscheidender Faktor, weil hier jeder Fehler schlimmer bestraft wird, als auf anderen Positionen. Das versuche ich meinen Spielern auch immer zu vermitteln: „Lebe immer im Hier und Jetzt und beschäftige dich nicht mit Vergangenem und Zukünftigem“. Ein Torspieler muss immer im aktuellen Moment voll bei der Sache sein, das ist das Entscheidende. Wenn die Jungs und Mädels diesen Ansatz in die Tat umsetzen und zudem noch ein Ziel verfolgen und sich stätig verbessern, kann ich als Trainer zufrieden sein!

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