Kaum jemand dachte am Freitagvormittag an ein Fußballspiel am Abend. Schnee wohin man nur schaute. Doch auf der Wiener Hohen Warte schaufelte die Vienna das Unmögliche möglich – und Schiedsrichter Achim Untergasser konnte anpfeifen. Am Ende war er dann auch maßgeblich an derbitteren 1:2-Niederlage der Wölfe beteiligt …

Das Wolfsrudel wollte mit zwei Neuzugängen – Cem Sekerlioglu setzte auf Alexandar Borkovic (Sondre Skogenund Stefan Thesker fehlten gesperrt bzw. verletzt) und Marco Djuricin in der Startelf – die Tabellenführung verteidigen. Und vom Start weg übernahm man auch das Kommando. Allein aus dem vielen Ballbesitz konnte man lange kein Kapital schlagen. Chancen blieben Mangelware. Einzig ein Abseitstor von Djuricin schaute heraus. Bis zur 29. Minute. Da brachte Marc Stendera gefährlich in den Strafraum, El Hadji Mane überlistete Vienna-Verteidiger Nnambi, der ihn klar foulte. Allein, die Pfeife vonSchiedsrichter Untergasser blieb stumm – eine klare Fehlentscheidung.
Und so war es dann die Vienna, die Sekunden vor der Pause in Führung ging: Bernhard Zimmermann war am Fünfer mit dem Kopf zur Stelle und fixierte das 1:0 für die Hausherren.
Auch nach dem Wechsel taten sich unsere Blau-Gelb-Roten lange weiter schwer. Erst ein Dreifachwechsel von Cem Sekerlioglu 25 Minuten vor Schluss brachte frischen Wind. Plötzlich wurde so richtig der Vorwärtsgang eingelegt. Und siehe da, der eingewechselte Valentin Ferstl sorgte in Minute 72 für den Ausgleich. Er schoss nach einem Fehler von Vienna-Keeper Unger zum 1:1 ein.
Und in dieser Tonart ging es auch weiter, man wollte die Partie noch komplett drehen. Doch just in dieser Drangphase war es wieder Schiedsrichter Untergasser, der sich in den Mittelpunkt schob. Nach einer Attacke von Nemanja Celic, der für Alexander Borkovic in die Innenverteidigung kam, an Florian Prohart entschied er auf einen sehr fragwürdigen Elfmeter, den Seo in Minute 79 zum 2:1 verwandelte. Die Entscheidung! Denn die Wölfe schafften es nicht mehr den Schalter noch einmal umzulegen. Und so verlor man Partie und Tabellenführung. Wobei Trainer Cem Sekerlioglu vor allem die Niederlage ärgerte: „Weil sie am Ende sehr bitter war. Wir haben uns nach einer schwachen ersten Spielhälfte zurück gekämpft und dann in unserer besten Phase leider das zweite Tor kassiert. Sehr unglücklich. Jetzt müssen wir in den drei kommenden Heimspielen zurück auf die Siegerstraße finden. Ich bin aber überzeugt, dass wir das schaffen werden.“
VIENNA – SKN ST. PÖLTEN 0:0 (1:0)
Torfolge: 1:0 (45 +1.) Zimmermann, 1:1 (72.) Ferstl,2:1 (79.) Seo (Elfmeter)
Gelbe Karten: Gantschnig (18., Foul), Rosenberger (48.,Foul), Seo (82., Foul) bzw. Krasniqi (3., Foul), Djuricin (69.Unsportlichkeit), Celic (80., Foul)
Vienna: Unger; Nnamdi, Bauer, Gantschnig,Rosenberger, Prohart, Stratznig; Seo (87. Szerencsi), Luxbacher, Odagaki (87.Monschein); Zimmermann (64. Nagele)
SKN: Knett; Buchegger (67. Perovic), Borkovic(67. Celic), Carlson; Altersberger, Stendera, Krasniqi (82. Gschweidl), Mane;Amoah, Hausjell (67. Ferstl); Djuricin
Hohe Warte, 1.564 Zuschauer, SR Untergasser
