"Wir wollen frischen Wind in den Verein bringen"

Unser spusu SKN St. Pölten hat mit Matthias Gebauer und Jan Schlaudraff eine neue Doppelspitze. Wer ist dieses Duo, das ab sofort die Geschäfte der Wölfe führen wird? Mit diesem Doppel-Interview stellen sich die beiden neuen starken Männer der Wölfe ein wenig vor … und lüften durchaus das eine oder andere persönliche Geheimnis.

Beginnen wir mit dem „prominenteren“ Namen. Jan Schlaudraff – drei Länderspiele für Deutschland, 186 Partien in der Deutschen Bundesliga, acht davon für die Münchner Bayern und natürlich jede Menge Tore. Unter anderem auch Fotomodel …

Jan Schlaudraff: (schmunzelt) Das ist ein bisschen übertrieben. Aber es stimmt – ich war auf dem Cover der deutschen Version des Videospiels Pro Evolution Soccer 2008 abgebildet. Zusammen mit Cristiano Ronaldo. Leider gab’s kein gemeinsames Foto-Shooting. Wir wurden ,nur‘  zusammengeschnitten. Aber es war natürlich schon eine ganz besondere Ehre und ein echtes Highlight während meiner aktiven Karriere.

Wie auch der legendäre 4:2-Sieg mit Alemannia Aachen im Achtelfinale des DFB-Pokal gegen die Bayern vor 15 Jahren. Wussten Sie, dass sie damals den ersten Kontakt mit St. Pölten hatten?

Jan Schlaudraff: Das macht mich jetzt wirklich neugierig …

Die ersten beiden Treffer für ihr Team erzielte damals ein Spieler, der seine Karriere in St. Pölten gestartet hat. Wer war das?

Jan Schlaudraff: Laurentiu Reghecampf hat hier in der Landeshauptstadt gekickt? Das ist mir neu. Aber es zeigt, dass der SKN schon immer eine gute Plattform war, um sich weiterzuentwickeln. Er war ein unglaublich guter Fußballer. Und es hat Spaß gemacht mit ihm zusammenzuspielen.

Matthias Gebauer: Und das ist genau das, wo wir ansetzen wollen. Der spusu SKN hat einfach riesiges Potenzial das Sprungbrett für junge Spieler zu werden. Wir wollen in den nächsten Monaten einen jungen und frischen Wind in den Verein bringen und diesen sukzessive weiterentwickeln. Und wir wollen natürlich in absehbarer Zeit zurück in die Bundesliga.

Gutes Stichwort – wird man die Wölfe dann dort mit Kaschmir-Dressen auflaufen sehen?

Matthias Gebauer: (lacht) Wäre eine interessante Idee! Aber ich weiß schon worauf diese Frage abzielt – auf mein Start-Up Label „Direct Cashemere“.

Mit dem Sie ja auch dank der TV-Show „2 Minuten-2 Millionen“ so richtig durchgestartet sind. Worum geht es dabei?

Matthias Gebauer: Es ist ein sehr nachhaltiges Projekt, bei dem wir Bauern in der Mongolei voll integriert haben. Nicht nur die Rohstoffe kommen von dort, die Kollektion wird dort auch produziert.

Übrigens nicht ihr einziges Engagement in der Wirtschaft – Sie sind CEO von gleich fünf Unternehmen. Ist da noch Platz für den SKN?

Matthias Gebauer: Ab sofort ist der SKN natürlich die Nummer 1. Deshalb habe ich auch alle operativen Tätigkeiten bei meinen Start Ups zurückgelegt und fokussiere mich voll und ganz auf das Rudel. Aber vielleicht sollte ich kurz erklären wie ich ticke. Ich bin ein sehr begeisterungsfähiger Mensch. Das hat mich vom Schreibtisch weg – ich bin studierter Jurist –in die Wirtschaft gebracht. Und das durchaus erfolgreich. Ein Talent von mir, ist es sicherlich, meine Begeisterung weiterzugeben. Leute damit anzustecken. Und sie letztendlich auch von Projekten zu überzeugen. Mit tollen Produkten. Mit tollen Ideen. Und das will ich jetzt – gemeinsam mit Jan und einem jungen Team – auch hier in St. Pölten tun.

Klingt schön, klingt gut, klingt spannend! Aber letztendlich wird einmal mehr entscheidend sein, was auf dem grünen Rasen passiert. Ist die Mannschaft erfolgreich, dann wird alles wohl leichter werden?

Matthias Gebauer: Mein großes Ziel ist es, hier in der NV Arena wieder ein echtes Freizeiterlebnis zu schaffen. Und eine unvergleichliche Atmosphäre. Letztendlich unabhängig von einzelnen Ergebnissen auf dem Spielfeld. Aber es ist schon klar – die Basis dafür ist und bleibt der sportliche Erfolg!

Für den unter anderem Jan Schlaudraff verantwortlich sein soll. Sie haben zuletzt immer betont, dass man eine durchgehende Fußball-Idee – von den Profis über die Juniors bis hin zum Nachwuchs – verfolgen will. Wie schaut die aus?

Jan Schlaudraff: Wer in Österreich von Spiel-Philosophie spricht, der schaut natürlich sofort zu RB Salzburg. Auch wir wollen unter dem Strich eine ähnliche DNA installieren. Hoch pressen, aktiv sein, mit hoher Intensität spielen. Aber durchaus auch mit dem Ball agieren. Es geht darum Spieler zu finden, die die Bereitschaft mitbringen jeden Tag alles zu investieren und hart zu arbeiten. Das müssen Spieler wissen, die zu uns kommen. Wichtig ist es als Verein eine Philosophie und gewisse Leitlinien vorzugeben, die von allen eingehalten werden.

Das Trainer-Duo Stefan Helm und Emanuel Pogatetz ist dafür genau das Richtige?

Jan Schlaudraff: Ich denke die beiden haben bewiesen, dass sie, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir hatten natürlich einen schlechten Start in die Meisterschaft, aber der Fortschritt – physisch, als auch psychisch – ist zu erkennen. Jetzt können wir gemeinsam die nächsten Schritte setzen.

Apropos Emanuel Pogatetz – Sie haben ja zwei Jahre lang gemeinsam in Hannover gespielt. Gibt’s ein Spiel, an das Sie sich besonders gerne zurückerinnern?

Jan Schlaudraff: Ich würde sagen, es sind sogar zwei – die beiden Europa League-Qualifikationsspiele gegen den FC Sevilla vor zehn Jahren. Damals hat kaum einer geglaubt, dass wir den Sprung in die Gruppenphase schaffen können. Wir waren krasser Außenseiter. Zu Hause haben wir dann 2:1 gewonnen und ich habe beide Tore erzielt. Deshalb ist mir dieses Spiel natürlich in besonderer Erinnerung. Auswärts ist uns dann ein 1:1 gelungen. Und Hannover war erstmals nach 19 Jahren wieder in Europa vertreten. Ein Traum. Übrigens: Emi hat in Sevilla das 1:1 erzielt … allerdings ins eigene Tor! – (lacht) –Ich denke, daran werde ich ihn ab und an mal wieder erinnern müssen.

Ganz anderes Thema – wird Jan Schlaudraff bei den Spielen auf der Bank Platz nehmen, oder auf der Tribüne?

Jan Schlaudraff: Das diskutieren wir noch. Es kann gut möglich sein, dass ich switche. Ich sehe mich als Teil des Teams und will gezielt unterstützen. Genau dort, wo ich gerade gebraucht werde.

Und wo wird Matthias Gebauer derzeit am meisten gebraucht?

Matthias Gebauer: Es gibt so viel zu tun, das will ich gar nicht werten. Ich muss und will jetzt einmal alles und alle kennenlernen. Was mir ganz besonders wichtig ist – ich möchte viele Kontakte pflegen und versuchen, dass daraus Freunde werden. Freunde von mir, Freunde des spusu SKN. Was ich in den letzten Jahren nämlich gelernt habe – ein funktionierendes Netzwerk ist unbedingt notwendig.

Bei ihrem Kaschmir-Projekt war und ist ihnen auch sehr wichtig, dass sich die Kunden in Vorfreude üben. Das haben Sie immer wieder betont. Ein Ansatz auch für die SKN-Fans?

Matthias Gebauer: Ein wirklich guter Ansatz! Ich denke die St. Pöltner Fußball-Fans können sich wirklich auf die Zukunft freuen. Wir werden wieder erfolgreich sein. Davon bin ich überzeugt. Genauso wie vom Wiederaufstieg in die Bundesliga!

Wann der gelingen wird, kann man ehrlicherweise natürlich nicht sagen. Aber wie wäre es mit der Ansage: „Drei Jahre und ein Tag …“?

Jan Schlaudraff: (lacht) Eine Zeitachse zu definieren ist schwierig, aber ich weiß worauf die Anspielung hinausläuft. Sie erinnert mich an einen schönen Augenblick in meinem Leben. 2007 hat mich Reinhard Mey, der einer meiner Lieblingssänger ist, eingeladen bei dieser Ballade mitzusingen. Davor hat er eine Laudatio auf mein Tor des Monats gehalten und ist dabei auf die Idee gekommen. Eine wunderbare Erfahrung. Aber wie gesagt – wir wollen uns bezüglich des Aufstiegs keine fixe Deadline setzen. Wichtig ist für mich jetzt einmal, den Verein so aufstellen, dass wir in der 2. Liga gut dastehen und Strukturen schaffen, mit denen wir in der 1. Liga auch langfristig bestehen können, wenn der Sprung ins Oberhaus gelingt.

Das gesamte "spusu SKN inside" gibt´s inklusive aller Stories rund um unsere "Wolfsfamilie" unter https://bit.ly/SKNinside_2022

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