
Bittere Auswärtsniederlage auf der Hohen Warte
„Wir wissen, was uns auf der Hohen Warte erwartet“, hatte Cem Selerlioglu vor der Partie gegen die Vienna gemeint: „nämlich ein Gegner, der über den Kampf und den Willen kommen wird, eher die Brechstange, als die spielerischen Mittel bevorzugt. Meine Mannschaft muss sich auf viele lange Bälle einstellen …“
Und schon der erste von diesen traf die Wölfe mitten ins Mark: Benjamin Rosenbichler und Christoph Monschein spielten sich links durch, im Zentrum wartete Youssouf Soukouna und der schob zum 1:0 für die Hausherren ein (3.).
Ein Tiefschlag von dem sich unsere Blau-Gelb-Roten erst erholen mussten. Doch mit Fortdauer arbeitete man sich mehr und mehr in die Partie hinein. In Minute 34 gab‘s dann die erste Chance auf den Ausgleich: Leo Krasniqi steckte für Lukas Gabbichler durch, der alleine vor Keeper Bernhard Unger nicht selbst abschloss, sondern für den mitgelaufenen El Hadji Mane ablegen wollte. Ein Vienna-Verteidiger bekam noch entscheidend einen Fuß dazwischen. Vier Minuten später war es dann aber soweit: Vienna-Torschütze Soukouna holte an der Strafraumgrenze Mane von den Beinen, hätte dafür unbedingt Gelb-Rot sehen müssen. Doch Schiedsrichter Davor Divkovic sah es anders, gab nur Freistoß. Den verwertete Marc Stendera – mit Hilfe von Vienna-Mann Philipp Breit – zum längst verdienten 1:1 (38.). Und kurz vor der Pause lag sogar die Führung in der Luft – doch nach herrlicher Krasniqi-Vorarbeit traf Winfred Amoah aus spitzem Winkel nur die Stange – Riesenpech!
Das dem Wolfsrudel auch nach dem Wechsel treu blieb. Denn in der 58. Minute traf Stendera mit einem herrlichen Freistoß wieder nur Aluminium. Mehr Glück hatten dann die Hausherren. Denn in Minute 63. war der eingewechselte Tobias Anselm nach einem Konter im Fünfer zur Stelle um zum 2:1 einzuschieben. Diesmal saß der Schock bei den Wölfen doch sehr tief. Denn nur zwei Minute später war es der ebenfalls gerade erst eingewechselte Bernhard Zimmermann, der Christopher Knett aus etwa elf Metern keine Chance ließ, auf 3:1 stellte (65.). Allein: Vor diesem Treffer übersah das Schiesdrichter-Trio nicht nur ein Foul an Borkovic, sondern auch eine Abseitsstellung.
Der Doppelschlag saß – trotzdem gaben sich die Sekerlioglu-Schützlinge nicht auf, versuchten alles, um noch einmal zurück ins Spiel zu kommen. Doch zum einen verwehrte der Unparteiische ihnen einen Handelfmeter, zum anderen rettete die Vienna nach einem Szerencsi-Abschluss auf der Linie. So blieb es letztendlich bei der bitteren Auswärtsniederlage, die Cem Sekerlioglu so analysierte: „Sie tut weh! Auch, weil wir die ersten beiden Gegenrtor viel zu billig kassiert haben. Außerdem hat uns heute ein wenig das Glück gefehlt. Zwei Mal Stange. Dazu Schiedsrichterentscheidungen, die ich einfach nicht nachvollziehen kann. Alleine die nicht gegeben Gelb-Rote Karte nach dem Foul an Mane … so verlierst du dann eine Partie, in der du als meiner Sicht sicher nicht die schlechtere Mannschaft warst.“
FIRST VIENNA FC – SKN ST. PÖLTEN 3:1 (1:1)
Torfolge: 1:0 (3.) Soukouna, 1:1 (39.) Breit (Eigentor), 2:1 (63.) Anselm, 3:1 (65.) Zimmermann
Gelbe Karten: Soukouna (14., Foul), Bauer (51., Foul), Monschein (45., Foul), Gantschnig (90., Foul) bzw. David (38., Kritik), Skogen (45., Foul), Szerencsi (70., Foul).
Vienna: Unger; Marte, Gantschnig, Breit (66. Gruber), Bauer, Rosenberger; Ungar (66. Luxbacher), Prohart, Edelhofer (57. Anselm); Monschein (57. Zimmermann), Soukouna (84. Jung)
St. Pölten: Knett; Szerencsi, Skogen, Borkovic; Amoah (57. Altersberger), Stendera, Krasniqi, Messerer (66. Hartwig), Mane; Gabbichler (82. Rupp); David
Hohe Warte, 2.422 Zuschauer, SR Divkovic