"Vielleicht laufe ich mal im Legendenteam auf"

Mit seiner Vertragsverlängerung geht Daniel Schütz in der kommenden Spielzeit in seine siebente Saison bei unseren Wölfen. Wir haben mit ihm im großen Interview über seine bisherige Zeit im Rudel, seinen weiteren Weg zur "SKN Legende" und seine Zukunft gesprochen.

Schützi, du hast deinen auslaufenden Vertrag um ein weiteres Jahr plus Option verlängert und bleibst dem Rudel somit weiter erhalten. Ein gutes Gefühl?

Ein sehr gutes Gefühl sogar. Ich fühle mich in St. Pölten mittlerweile richtig wohl und möchte mit der Mannschaft in Zukunft noch viel erreichen. Vom Umfeld und den Möglichkeiten her bieten sich den Spielern hier Optionen, die es bei manchen Bundesligisten nicht gibt. Das weiß ich sehr zu schätzen. Deshalb freue ich mich, dass ich auch weiterhin für das Wolfsrudel auflaufen werde.

Du gehst somit im nächsten Jahr in deine siebente Saison mit den Wölfen. Was zeichnet den Verein aus deiner Sicht aus? Warum gefällt es dir so gut im Rudel? Dass ein Spieler so lange bei ein und demselben Vereinspielt, ist im modernen Fußball ja eigentlich nicht mehr die Regel…

Ein riesiger Pluspunkt ist wie bereits angesprochen die Infrastruktur, aber auch die neue Ausrichtung des Klubs gefällt mir. Der Verein kann ein sehr gutes Sprungbrett für junge Spieler und deren Entwicklung sein. Dabei möchte ich die Jungs in Zukunft noch mehr unterstützen, diese Rolle liegt mir. Zudem ist St. Pölten schon meine zweite Heimat geworden – die ganze Geschichte ist also aus meiner Sicht ein sehr stimmiges Gesamtkonzept.

Mit 142 Einsätzen liegst du in der „ewigen SKN-Rangliste“ auf Platz Acht. „Torero“ Daniel Segovia, der 146 Spiele für das Rudel bestritten hat, wirst du demnächst wohl überholen. Die 349 Spiele von Leader Michael Ambichl werden sich zwar wohl nicht mehr ausgehen, aber auf welche Anzahl wird diese Ausbeute aus deiner Sicht noch anwachsen?

Ok, die Bilanz von Michi wird sich dann wohl leider knapp nicht ausgehen (lacht). Aber ausbauen möchte ich meine Bilanz schon noch ein wenig. Wie viele Spiele es im Endeffekt werden, kann man jetzt schwer abschätzen, aber den ein oder anderen möchte ich in der Bestenliste schon noch überholen.

Wird man Daniel Schütz also einmal in einem „SKN Legendenteam“ sehen, wenn es in dieser Rangliste noch ein wenig nach oben geht?

Das liegt definitiv im Bereich des Möglichen. Es würde mich nach meiner aktiven Karriere auf alle Fälle freuen, irgendwann einmal in so einem Team auflaufen zu dürfen.

Auch tormäßig stehst du bei den Wölfen vor einem Jubiläum. Bislang stehen 19 Treffer auf deiner Visitenkarte – wann soll Nummer 20 gelingen?

So bald wie möglich hoffentlich. In den letzten Jahren wäre bei meinen Torbeteiligungen sicher der ein oder andere Scorerpunkt mehr drin gewesen, mittlerweile lege ich aber auch meine Rolle auf dem Feld ein wenig anders aus. Ich versuche mich so gut es geht in den Dienst der Mannschaft zu stellen, da sind mir meine eigenen Statistiken weitaus weniger wichtig als der Erfolg des Teams. Mir geht mehr es darum, die Jungs auf dem Platz mitzureißen, damit wir als geschlossene Einheit unsere Leistung abrufen zu können. Persönliche Erfolgserlebnisse wie Tore und Vorlagen sind nur die Draufgabe.

 

Neben deiner aktiven Karriere treibst du auch deine Trainerkarriere weiter voran und bist als Jugendcoach tätig – ist die Trainerlaufbahn eine Option für dich, nachdem du die Schuhe an den Nagel gehängt hast?

Konkrete Pläne gibt es in diese Richtung noch keine, weil ich mich derzeit noch voll und ganz auf meine Profikarriere konzentriere. Dass ich einmal diesen Weg einschlage, ist aber durchaus möglich. Ich habe ja bereits im Rahmen der Trainerausbildung die B-Lizenz absolviert und bin bei der U16 unserer Wölfe als Co-Trainer mit dabei. Die Arbeit mit den Jungs macht mir sehr viel Spaß und bringt mir wertvolle Erfahrungen, die ich in Zukunft mit Sicherheit gut nutzen kann. Das Trainergeschäft – egal ob im Jugend- oder Profibereich - ist für meine Zukunft aber mit Sicherheit eine Option, die ich in Erwägung ziehen werde.

 

Blicken wir kurz auf die letzten Monate zurück – wie würdest du die Saison unseres Rudels zusammenfassen?

Ich glaube „durchwachsen“ trifft es ganz gut. Wir hatten nach dem großen Kaderumbruch im Sommer einen wirklich schlechten Start, den wir zum Glück im Verlauf des Herbstes abfangen konnten und sind im Anschluss immer besser in Fahrt gekommen. Im Frühjahr war es dann ein bisschen ein Auf und Ab – daran sieht man auch, dass wir uns als Mannschaft noch in einem Entwicklungsprozess befinden. Am Ende stehen aus meiner Sicht ein paar Punkte zu wenig auf der Habenseite, auf die Entwicklung der letzten Wochen und Monate können wir aber definitiv für die Zukunft aufbauen.

Gute Überleitung: Was müssen wir in der neuen Saison besser machen, damit uns der Sprung in eine höhere Tabellenregion gelingt?

Ein besserer Start in die Saison wäre dabei definitiv hilfreich (lacht). Aber ich bin davon überzeugt, dass uns der auch gelingen wird. Gute Ergebnisse in den ersten Runden sind immer von Vorteil, die gilt es dieses Mal auch abzuliefern. Zudem müssen wir die individuellen Fehler, die uns in diesem Spieljahr doch einige Zähler gekostet haben, abstellen. Die gehören bei einem Entwicklungsprozess einer Mannschaft, die mit jungen Spielern agiert, aber auch dazu und werden durch die gewonnenen Erfahrungen der Jungs mit Sicherheit weniger.

Deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir uns in Zukunft wieder mehr am oberen Tabellendrittel orientieren werden, wenn der Stamm der Mannschaft zusammenbleibt.

 

Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Was wünscht sich Daniel Schütz für die Zukunft?

Dem SKN wünsche ich, dass der Verein so bald wie möglich wieder in die Bundesliga aufsteigt. Da gehört der Klub aus meiner Sicht einfach hin. Persönlich möchte ich ein paar Jahre verletzungsfrei Fußball spielen und irgendwann einmal im Legendenteam der Wölfe auflaufen (zwinkert).

Wolf
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